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Um nicht wieder den ganzen Tag auf dem Boden zu sitzen, überlegte ich ob ich nicht meinen Klappschreibtisch von Zuhause mitbringen soll. Da mein Kleinwagen nicht für derartige Transporte gebaut ist, habe ich es dann doch gelassen.

Gott sei Dank, muss ich sagen. Denn heute habe ich tatsächlich einen eigenen Schreibtisch erhalten. "Ich solle vorsichtig sein. Das Tischbein würde nicht mehr richtig sitzen", sagte ein junger Mann zu mir. Ich erfuhr, dass er Auszubildender im zweiten Lehrjahr ist und seit Tagen ausrangierte Möbel im Unternehmen auf Vordermann bringt. "Ich solle mich bei ihm melden, wenn der Tisch zusammenkrachen würde."

Als leitende Angestellte hatte ich eigentlich erwartet, dass ich am ersten Arbeitstag in die Firma komme und alles ist  vorbereitet. Vor allem da ich gestern von manchen meiner Kollegen wie ein Popstar begrüßt worden bin.

Den Knopf soll ich drücken

Immerhin hatte ich jetzt schon einen Stuhl und einen Stapel voll Produktflyer auf dem wackeligen Schreibtisch liegen. Genug Lesematerial also, um die Wartezeit auf den Arbeitsplatzrechner zu überbrücken.
Es ist wahr! Ich habe einen Stuhl, Tisch und RechnerAls ich dann die Verkaufsargumente von Pneumatikschiebern in- und auswendig konnte, griff ich kurz vor Feierabend zum Telefon und rief mal jemanden von der IT an. "Ich würde gerne Arbeiten. Mit einem Rechner an meinem Platz.", sagte ich erstaunt darüber, dass nach 18:00 Uhr überhaupt jemand ans Telefon geht. "Ich bin gerade auf dem Weg zu Ihnen", meinte eine schnaufende Stimme. "Ich habe es den ganzen Tag nicht geschafft", meinte dann der gleiche bärtige Typ der mich tags zuvor schon übel versetzt hatte.

Dieses Mal war er aber sehr freundlich, stöpselte die Kabel in irgendwelche Kanäle und stellt mir den Monitor auf den Tisch. Plötzlich bimmelte sein Telefon. "Oh, da muss er dringend helfen", hastete er mir zu. "Ich solle den türkisen Einschaltknopf rechts unten am Gehäuse drücken", keuchte er mir noch zu und verschwand schnell beschleunigend im Labyrinth der Stellwände.

Bekannte Situation von gestern, dachte ich. Doch immerhin habe ich am dritten Tag einen Arbeitsplatz bekommen. Mal sehen was passiert, wenn ich den Knopf drücke. Das hebe ich mir aber für morgen auf…

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