In den letzten Wochen war die Fachpresse voll von Meldungen über Plagiate und Billigkopien von deutschen Markenprodukten. Vorläufiger Höhepunkt war zuletzt die chinesische Nachahmung des BMW X5, welcher ganz ungeniert auf der vergangene IAA zur Schau gestellt wurde. Die Grenzen zwischen echt und falsch verschwinden zunehmends. Während auf der neulich zuende gegangenen Fälscherausstellung noch misslungene Plagiate müde belächelt wurden, ist der wirtschaftliche Schaden von Billigkopien inzwischen enorm. Der MarkenBlog weiß von solchen Markenschutzverletzungen zu berichten und der NoBigDeal-Blog von wegbrechenden Margen im Beitrag Chinesen und Schwarzwäldern.
Zwar glaube ich nicht, dass mein unspektakulärer Pneumatikschieber irgendjemand nachbauen kann (oder will), aber dennoch stelle ich mir die Frage, was ich als Produktmanagerin dagegen tun könnte? Wie kann ich dafür sorgen, dass meine Produkte nicht so einfach nachgebaut werden?
Kampf gegen Produktpiraten
Ein Beispiel habe ich von einem Produktmanager-Kollegen aus Fellbach erfahren:
Der Automobilzulieferer Bosch setzt beim Kampf gegen Produktpiraten auf ein Originalitätssiegel auf Ersatzteilen. Geben Kunden und Partner diesen 15-stelligen Code in das Portal www.werkstattportal.bosch.de ein, wird dort bestätigt ob es sich um ein Original-Bosch Produkt oder um eine Fälschung handelt. Zusätzlich kommt ein fälschungssicherer Hologrammstreifen und weitere unsichtbare Merkmale zum Einsatz. Im Kern geht es um eine möglichst lückenlose IT-technisches Aufzeichnung aller Daten zu dem Produkt. So entsteht eine Art “Lebensakte“, wie ich sie in meiner Software Produkt Manager führe mit Nachweis welches eindeutig identifizierbare Bauteil wann, von wem, warum ein- oder ausgebaut wurde.
Vielleicht sollte es aber mit in das strategische Kalkül eines Produktmanagers gehören, sein Produkt kopieren zu lassen um dann einen medialen Aufruhr zu erzeugen. Nach dem Prinzip: Bekanntheit um jeden Preis.



03.10.2007 um 13:11
hallo,
sehr interessiert habe ich den Artikel gelesen, und bin fest davon überzeugt, dass, wie sie schon erwähnt haben, viele Produktmanager ihre Produkte kopieren lassen, nur damit die Welt wieder darüber redet. So hätte die Firma ihr Ziel erreicht. Gerade aufgrund des stark umkämpften Marktes ist es wichtig in aller Munde zu sein. Werde sicherlich noch häufiger vorbei schauen.
LG, Denise
03.10.2007 um 13:54
Hallo Denise,
und so geht das mit dem Kopieren:
http://blog.no-big-deal.de/2007/09/27/me-too-me-different
Viele Grüße,
Jochen Mayer
03.10.2007 um 21:01
Hallo Denise,
die “Geiz ist geil”-Mentalität soll laut dieses neuen Artikels Stumpfes Schwert gegen Produktpiraterie mit daran Schuld sein.
Grüsse
Laura Slash
11.10.2007 um 10:17
Super..Danke für die hilfreichen Tipps
06.11.2007 um 23:34
Sgt. Fr. Slash,
ich darf Sie auf diesen lesenswerten Artikel über Strategien über Produktpiraterie hinweisen. Vielleicht hilf es.
28.01.2008 um 23:35
Die Aussage, dass Plagiate den Bekannheitsgrad erhöhen und dadurch auch forciert werden, halte ich doch für ziemlich gewagt. In bestimmten Sparten ist doch ein erheblicher finanzieller Schaden zu beklagen, der ganz sicher nicht durch ein wenig mehr Publicity aufgewogen wird.
29.01.2008 um 07:56
Hallo Hr. Schneider,
natürlich ist diese Pauschalaussage (scherzhaft) sehr gewagt und funktioniert widersprüchlicher Weise auch nur dann, wenn das vermeidlich plagiatierte Produkt schon einen gewissen Markenwert erreicht hat. Ich erinnere mich an die vielen Medienberichte über kopierte STIHL Kettensägen, die der Werbung sicher nicht abträglich waren.
Ist es denn genaugenommen nicht tatsächlich eine Anerkennung und Wertschätzung einer Marke, wenn diese versucht wird zu kopieren? Problem ist doch eigentlich nur, dass diese Tatsache nicht wiederum zum eigenen Vorteil (evtl. ernsthaftes Verkaufsargument) genutzt werden kann.
Deine Laura Slash
07.02.2008 um 18:59
Anerkennung und Wertschätzung einer Marke – schön und gut, aber das erspart den Markenfirmen nicht die Millionenverluste, die sie jedes Jahr aufgrund der Produktpiraterie haben.