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Ein starkes Team: Sonja Kaiser, ich und Hendrik Claas Ich arbeite jetzt schon ein dreiviertel Jahr an meinen Produkt Pneumatikschieber bei der Fiktiven Maschinenbau GmbH. Die Erfahrungen in dieser und meiner vorherigen Firma zeigen mir, dass das Managen von Produkten doch deutlich von dem Vermarkten getrennt werden sollte. Selbst ich als Superwoman fühle mich (trotz Doktortitel) leicht überfordert, wenn ich beide Disziplinen perfekt beherrschen soll.

Immerhin achtet Hendrik Claas -der Marketingchef der Firma- darauf, dass das Marketing strategisch ausgelegt ist. Unsere Spezialistin für schwierige Kunden ist unsere schnellschwätzende Vertriebsleiterin Sonja Kaiser. Ich hingegen bin als Produktmanagerin eigentlich zuständig für neue Ideen, Produktinnovationen, Markenpolitik oder Prozessorganisation.

Gehört Vermarktung zum Produktmanagement?

Dagegen liegen die Aufgaben bei der Produktvermarktung (oder auch Promotion) eher in speziellen Bemühungen den Kunden zu begeistern. Es geht darum, den potentiellen Kunden am Besten direkt am Verkaufsort für seine Produkte zu begeistern. Also nichts, was ich zum Produktmanagement hinzuzählen würde.
Zwar habe ich während meines etwas länger zurückliegenden Studiums etwas über Farbenlehre und Point of Sale Maßnahmen gelernt, aber über Fragen wie “Das Schild rot gestalten?”, “Das Produkt im Regal oben, unten oder in der Mitte positionieren?”, “Oder machen wir einen Probierstand oder lieber doch nur Displays aufstellen?” kamen wir nie hinaus.

Also, ein Fachmann muss her

Ich als Produktmanagerin muss mich mit vielen anderen wichtigen Dingen beschäftigen, deshalb denk ich, dass ich mit unserem Häuptling Obermann dringend besprechen muss, ob wir nicht jemanden einstellen wollen, der genau die Fragen des Promotions und Vermarktung beantworten kann. Ich habe ja schon einmal die Bekanntschaft des Amerikaners mit Tom Double gemacht. Soweit ich weiß hat er darin auch viel Erfahrung!

Dennoch beschäftige ich abermals mit der Frage: Was ist eigentlich Produktmanagement?

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich manchmal mit den vielfältigen Aufgaben und Prozessen im Produktmanagement leicht überfordert bin.
Gehört die Aufgabe von Kundenaquisition auch zu meinen Aufgaben? Die letzten Tage habe ich mich ja schon mit der Adressdatenbank herum geschlagen.
Ich bin zwar als Produktmanagerin für ein spezielles Produkt zuständig, aber sollte zum Beispiel die Neugewinnung von Kunden nicht ein Fachmann mit dem SchimpfWort Vertriebler übernehmen? Unsere golfende Schnellvertriesschwätzerin Sonja Kaiser wäre prädestiniert dafür.

Man braucht mehr als nur ein Satz

Muss ich als Produktmanagerin die Kunden werben? Ich habe in meinem Urlaub schon über die Frage nachgedacht, was ist eigentlich Produktmanagement, aber das konnte mir bisher niemand wirklich beantworten.
Googeln Sie doch auch mal nach dem Begriff!
Ich greife gerne mal auf das schwarmintelligente Wikipedia zurück, um mich über einige Dinge schlau zu machen. Selbst Spezialisten benötigen mehr als nur ein Satz, um zu erklären, in welche Richtung das Produktmanagement geht.

Die Essenz: Innovation

Ich würde sagen, einer der wichtigsten Teile meines Jobs hier im Hause ist der Innovationsprozess eines Produktes. Von der ersten Idee bis zur tatsächlichen Innovation versuche ich mein Produkt sukzessive zu verbessern, um es mit echten innovativen Wettbewerbsvorteilen auf dem Markt positionieren zu können. Laut einer Studie existieren nämlich bis ins Jahr 2025 immer noch genügend Bereiche für echte und technische Innovationen. Allerdings drängt sich mir die Frage auf: Was eigentlich, ist eine echte Innovation?

Was ist für Sie Produktmanagement? Schreiben Sie es mir!

In den letzten Wochen war die Fachpresse voll von Meldungen über Plagiate und Billigkopien von deutschen Markenprodukten. Vorläufiger Höhepunkt war zuletzt die chinesische Nachahmung des BMW X5, welcher ganz ungeniert auf der vergangene IAA zur Schau gestellt wurde. Die Grenzen zwischen echt und falsch verschwinden zunehmends. Während auf der neulich zuende gegangenen Fälscherausstellung noch misslungene Plagiate müde belächelt wurden, ist der wirtschaftliche Schaden von Billigkopien inzwischen enorm. Der MarkenBlog weiß von solchen Markenschutzverletzungen zu berichten und der NoBigDeal-Blog von wegbrechenden Margen im Beitrag Chinesen und Schwarzwäldern.

Zwar glaube ich nicht, dass mein unspektakulärer Pneumatikschieber irgendjemand nachbauen kann (oder will), aber dennoch stelle ich mir die Frage, was ich als Produktmanagerin dagegen tun könnte? Wie kann ich dafür sorgen, dass meine Produkte nicht so einfach nachgebaut werden?

Kampf gegen Produktpiraten

Ein Beispiel habe ich von einem Produktmanager-Kollegen aus Fellbach erfahren:
Kampf gegen ProduktpiratenDer Automobilzulieferer Bosch setzt beim Kampf gegen Produktpiraten auf  ein Originalitätssiegel auf Ersatzteilen. Geben Kunden und Partner diesen 15-stelligen Code in das Portal www.werkstattportal.bosch.de ein, wird dort bestätigt ob es sich um ein Original-Bosch Produkt oder um eine Fälschung handelt. Zusätzlich kommt ein fälschungssicherer Hologrammstreifen und weitere unsichtbare Merkmale zum Einsatz. Im Kern geht es um eine möglichst lückenlose IT-technisches Aufzeichnung aller Daten zu dem Produkt. So entsteht eine Art “Lebensakte“, wie ich sie in meiner Software Produkt Manager führe mit Nachweis welches eindeutig identifizierbare Bauteil wann, von wem, warum ein- oder ausgebaut wurde.

Vielleicht sollte es aber mit in das strategische Kalkül eines Produktmanagers gehören, sein Produkt kopieren zu lassen um dann einen medialen Aufruhr zu erzeugen. Nach dem Prinzip: Bekanntheit um jeden Preis.

So lautete die Überschrift eines Vortrags von Nadja Schnetzler, Co-Founder von BrainStore die sich mit dem Finden von Ideen beschäftigen. Einer Disziplin also, von der Produktmanager in besonderem Maße abhängig sind. Wie können Innovationen entstehen, wenn keine neue Ideen generiert werden?

Griff zum Mikrophone Zwar wirbt schon jedes Zweimann-Unternehmen mit dem Buzzsatz “Innovative Dienstleistung, Technik oder Produkte“, doch wirklich strukturiert und organisiert gehen es vermutlich die wenigsten Produktmanager an.

Die Ideenmaschine

BrainStore -die sich gerne auch als Ideenmaschine bezeichnen- bietet zumindest für den kreativen Part der Ideenfindung eine ganz interessante Dienstleistung an.
Irgendwann griff ich dann zum Mikrophon und stellte die Frage nach dem Unterschied zwischen Idee und Innovation. Und wie in ihrem Firmenblog unterscheidet die Firma richtiger Weise auch zwischen den Begriffen Idee/Erfindung und Innovation. Denn es bringt nichts, wenn die Beste Idee gefunden wurde und diese nicht zu einer echten Innovation weiterentwickelt werden kann.

Es gibt vom Walkmann bis zum Airbag genügend Beispiele, bei dem die Idee prächtig war, aber die Erfinder die Idee nicht wirklich zur Marktreife weiterentwickeln konnten.
Vermutlich weil nicht alle Faktoren berücksichtigt worden sind, was eine Innovation tatsächlich ausmacht. So thematisiert der Innovationsberater Eduard G. Kaan den Aspekt der Produktverdrängung durch Innovationen und frägt Tötet das neue Produkt das Alte?

Der Prozess des Innovationsmanagement kann zum Glück aus softwaretechnisch gut unterstützt werden, so dass Innovationen nicht irgendwie sondern eben geordnet und strukturiert entwickelt werden können.

Jedenfalls war der Vortrag sehr sehr interessant und ist wärmstens zu empfehlen.

Mein Chef hat kein großes Interesse an den FirmenproblemenDie Entwicklung des Pneumatikschieber zieht sich ewig in die Länge. Eigentlich sollte Ende des Monats der Product Launch stattfinden, aber den müssen wir leider verschieben. Bei uns in der Firma geht es gerade drunter und drüber. Werbekampagne planen, Messe vorbereiten usw…

Viele Faktoren

Das muss alles verbessert werdenIch denke nicht, dass es an der Produktion liegt, dass wir das Produkt nicht freigeben können, sondern es sind eher die altbekannten Probleme, die mir jetzt schon so oft aufgefallen sind. Die interne Kommunikation ist katastrophal und wenn man mal wichtige Informationen benötigt, sitzt man Stunden am Computer, bis man ansatzweise etwas gefunden hat. Ich frage mich langsam wirklich wie die Firma solange erfolgreich sein konnte, ohne eine richtige Organisation.

Ich nehme mich der Sache an

Ich habe jetzt beschlossen, dass das so nicht weitergehen kann. Ich hatte schon einmal mit dem Chef darüber gesprochen und die Probleme in der Firma angeschnitten, aber der ist mal wieder viel zu beschäftigt. Deshalb werde ich das jetzt in die Hand nehmen und mich mal umschauen, wie man die Abläufe in unserem Unternehmen verbessern kann. Da lässt sich doch hoffentlich eine passende Lösung finden und am Besten eine, mit denen man auch E-Mail Kampagnen leicht verschicken kann!

All in One

Ich habe mal aufgeschrieben, was mir so auf die Schnelle eingefallen ist. Ich muss zum Beispiel des öfteren Umfragen machen, da wäre es toll, wenn ich eine Software finden würde, die ein Umfragetool beinhaltet. Zudem muss ich eben Events planen können, ein sinnvolles Adressmanagement muss es haben und natürlich auch eine intelligente Suche, damit ich meine Informationen auch wieder schnell und einfach finden kann. Ich werde mal im Netz surfen gehen, vielleicht finde ich was.

Ein paar Blumen von Tom DoubleDas Produktmanagement für mein Produkt Pneumatikschieber klappt bisher ganz gut. Die Spezifikation für das Produkt ist fertig und nun folgt der nächste Schritt, das Produktmarketing. Dazu werde ich erst einmal einen genauen Aktivitätenplan erstellen und den muss mein Chef natürlich dann freigeben.
Wie das aussehen muss, weiß ich noch nicht so genau, aber ich werde mir ein bisschen von Hendrik Claas helfen lassen, der ist in so etwas geübter wie ich.

Big America

Gestern bin ich nach Amerika geflogen zu einem Lieferanten von uns. Zusammen mit Karl Zimmermann, dem Produktionschef, wollten wir uns vor Ort ein paar neue Maschinen anschauen, die unsere Produktion des Pneumatikschiebers optimal umsetzen soll.

A typical American Guy

Von Tom Double wurden wir recht herzlich empfangen. Ich bekam sogar einen Strauß Blumen und wir wurden zum Essen eingeladen! "A typical American Guy" könnte man sagen. Ich war schon lange nicht mehr in den Staaten und ich hatte am Anfang leichte Schwierigkeiten den Slang von Tom zu verstehen, aber ich gewöhnte mich daran. Er war sehr hilfbereit und kompetent. Alle wichtigen Fragen konnte er uns beantworten. Ich denke wir werden in Zukunft gut zusammen arbeiten.

Heute hat mich mein Chef Gerhard Obermann zu einem kleinen Feedbackgespräch eingeladen. Gewappnet mit meinem Notizzettel, auf dem ich mir ein paar Verbesserungsvorschläge notiert habe, ging ich zu ihm.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Endlich mein erstes großes Projekt: Der Pneumatikschieber Wir redeten darüber, dass die organisatorischen Dinge in der Firma stocken. Es gibt zum Beispiel kein Identity and Access Management, was wirklich sehr hilfreich bei diesen ganzen Logindaten wäre. Bis heute habe ich immer noch nicht alle Berechtigungen, die ich brauche.
Dann habe ich ihm auch von den Problemen erzählt, die unser Produktionschef Karle hat. Er bekommt unzureichende Informationen oder gar kein Feedback von Kunden und so ist es ihm nicht möglich seine Produktionsbedingungen zu optimieren. Herr Obermann hat meine Notizen zur Kenntnis genommen und er meinte: "Naja Frau Slash, so was lässt sich ja nicht von heut auf morgen erledigen, aber ich werde mir ihre Notizen im Hinterkopf behalten und irgendwann setzten wir uns da nochmal zusammen". "Immerhin", dachte ich mir! Da lässt sich noch was draus machen.

Der Pneumatikschieber

Meine Aufgaben in der Firma hatten wir in meinem ersten Meeting schon konkretisiert. Heute wies mir der Chef das innovative Produkt "Der Pneumatikschieber" zu. "Endlich, mein eigenes Produkt". Darauf warte ich schon lange! Jeder kompetente Produktmanager/-in hat ein eigenes Produkt. Da kommt jetzt einiges an Arbeit auf mich zu: Marktanalyse, Konkurrenten, Businessplan und und und…Ich mach mich gleich mal an die Arbeit!

Kantinenessen - Das Klischee bewahrheitet sich Ich war heute zum ersten Mal in der Kantine beim Essen. Ich habe das so lange wie möglich hinaus gezögert. Frau Schmidt, die Personalleiterin, hatte mich nämlich schon an meinem ersten Tag über die rege Phantasie unseres Kantinenkochs gewarnt. Vorsichtshalber bin ich auf Nummer Sicher gegangen und habe das gewählt, nachdem alle vor mir gegriffen haben: “Wirsingknödel mit Scharlottenbutter und Reibkäse“. Beim ersten Bissen fragte ich mich, wie die Firmenkantinen es schaffen ein derartig identisch nach NICHTS schmeckende Essen anzubieten.

Die üblichen Schwierigkeiten

Notizzettel: Das sollte dringend verbessert werden Da es in der Kantine verständlicherweise sehr ruhig war,  nutzte ich die Zeit um mir nebenher ein paar Notizen bezüglich Verbesserungsvorschläge für die Firma zu machen.

Was ein “Muss” ist, ist wohl das sogenannte Identity Management. Da sollten sich einige Abläufe deutlich verbessern. So ein drunter und drüber, wie an meinen ersten Tagen in der Firma ist eine Zumutung. Keine Logindaten, keine Zugriffsrechte. Ich bin mir sicher, da werden noch so einige Probleme auf mich zukommen, da ich längst noch nicht alle Zugriffsrechte habe die ich benötige!

Kommunikation

So langsam lebe und arbeite ich mich in die Firma ein. ProduktmanagerIN zu sein ist nicht gerade der einfachste Job. Die vielen  Gespräche mit den verschiedenen Personen, zeitliche Abstimmungen, Organisation und Koordination…einfach sehr viel Kommunikation.

Letzte Woche habe ich schon mal mit ‘Karle’ Karl Zimmermann, dem Produktionsleiter über die Schwierigkeiten in der Firma gesprochen. Er hat sich u.A. über das mangelhafte Feedback beschwert, dass er beispielsweise über Kundenreklamationen erhält. So kann er seine Konstruktions- und Produktionsabläufe nicht so optimieren wie er das gerne hätte. Und nicht zuletzt, die interne Kommunikation lässt schwer zu wünschen übrig, da muss ich schauen, was ich da besser machen kann.

Karle Zimmermann der Mann für Alles im Hof Heute machte ich mich auf den Weg in die Produktion unserer Pneumatikserie um mehr über unsere Produktionsbedingungen zu erfahren. Der Produktionschef Karl Zimmermann, auch “Karle” genannt, ist ein schwäbisches Urgestein und sozusagen der Mann für alles in der Firma.

Er ist eigentlich ein gelassener Typ, hat seine Abteilung offensichtlich voll im Griff und ist sehr hilfsbereit. Wenn er nicht diesen üblen Dialekt hätte, könnte er wirklich Alles. Aber Hochdeutsch ist definitiv nicht sein Ding.

Im Gespräch erfuhr ich, dass er verheiratet ist und neben zwei Söhnen auch ein kleines Töchterchen managt. Das brauche er zum Ausgleich, meinte er. Der zunehmende Kostendruck und die ungenügende Qualität seiner Zulieferer machen ihm  zunehmends das Leben in der Firma schwer.

Kontrollverlust

Er berichtete, dass er zunehmends das Gefühl hat die Kontrolle über die Kosten zu verlieren. Der Geschäftsführer Herr Obermann bringt immer wieder das Thema Produktionsverlagerung ins Ausland auf den Tisch und da brauche er einfach zuverlässige Zahlen und muss klare Strategien zur Kostensenkung erarbeiten.

Oft komme ich einfach an die Informationen nicht richtig ran. Z.B. würde mir ein Feedback über die Kundenreklamationen sehr helfen die Produktionsabläufe und somit indirekt die Produkte zu verbessern“, meinte er mit gesenktem Kopf.

Gefreut habe ich mich, dass er mich zu seinem privaten Geburtstagsumtrunk in zwei Tagen eingeladen hat. “Da würde ich bestimmt gute Bekanntschaften machen können, die man immer irgendwann in der Firma benötigt“, meinte er. Da hat er sicher nicht unrecht und ich bin gespannt, wie hier solche Feste gefeiert werden.

Was schenke ich ihm nur? Anscheinend ist er begeisterter Bachforellenangler, zockt Skat und ist leidenschaftlicher Kegler. Mal sehen, vielleicht ein Buch Hochdeutsch für schwäbisch Schwätzer. Habt ihr etwa eine bessere Idee?

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