Heute war ich bei unserem Produktionschef Karl Zimmermann, dem schwäbischen Urgestein der Firma. Er hat mir freudig mitgeteilt, dass unser neues Produkt endlich fertiggestellt wurde.
Seine schwäbischen Worte waren: “Frau Slash, etz hommers endlich gschafft” . So langsam versteh ich Karle sogar, da ich mir des öfteren das Deutsch : Schwäbische Wörterbuch angeschaut habe!
Der pneumatische Graugusskolben
Unsere schlauen Köpfe aus der Forschungs- und Entwicklungsabteilung haben einen pneumatischen Graugusskolben für Hybridmotoren entwickelt. Nach langer Produktions- und Testphase hat das Produkt die Qualitätsprüfung geschafft und kann endlich vertrieben werden.
Endlich habe ich mal wieder ein neues Produkt zugeteilt bekommen. Ich als Produktmanagerin werde nun mit Tom Double in den nächsten Wochen den Marketingplan ausarbeiten.
Vor einigen Wochen habe ich Euch ja schon die einzelnen generischen Prozesse vorgestellt, die zum Produktmanagement gehören. Hier seht Ihr nochmal ein Ausschnitt aus dem generischen Prozess des Marketings.
Der Marketingprozess
Der Marketingplan muss entsprechend dem neuen Produkt angepasst und der Product Launch vorbereitet werden. Marketingmaßnahmen und Aktivitäten müssen geplant und in einen zeitlichen Rahmen gesetzt werden. Da fallen mir die Kommentare von Tom ein, der unsere Art der Marketingplanung mit Excel kritisiert hat. Ich geb ihm völlig recht, wir werden das ändern müssen!
| Prozessname: | Marketingplan ausarbeiten |
| Prozessziel: | Der Marketingplan wird analysiert und optimiert. Eine Entscheidungsgrundlage wird für den Marketing Manager erstellt. |
| Auslösende Ereignisse: | Anpassung der Marketing Strategie erforderlich |
| Schlussereignisse: | Marketingplan erstellt |
| Prozessverantwortlicher: | Produktmanager |
| Diagrammtyp: | eEPK als .png |
| Prozessobjekte: | Marketingplan |
| Kurzbeschreibung: | Ziel ist es, den Marketing Plan zu analysieren und optimieren. Dabei werden die Produkmerkmale und die Zielmärkte gegenüber gestellt. Des Weiteren werden im Marketing Plan die Produktvarianten und das Produktbundeling erarbeitet. Basierend darauf werden konkrete Marketingmaßnahmen entwickelt. |
Ich bin schon ganz aufgeregt… Endlich nicht mehr nur mein Pneumatikschieber, sondern was Neues. Sozusagen hat es für mich schon ein vorweihnachtliches Geschenk gegeben. Das spornt mich wieder richtig an und ich freue mich schon auf die Arbeit und die Planung. Da wird es wieder einiges zu tun geben! Ich werde Euch wie immer auf dem laufenden halten.
Wie besprochen, stelle ich Euch den generischen Prozess der Produktspezifikation vor. Als nächstes folgt dann:” Das generische Prozessmodell für die Vertriebsstrategie”.
Der Prozess der Produktspezifikation wird durch das Identifizieren relevanter Produktparameter. Diese werden bewertet und mit dem Kundenfeedback verarbeitet. Danach werden die Verbesserungspotentiale kategorisiert und notwendige und optionale Spezifikationen dokumentiert. Abschließend wird die Spezifikation noch angepasst!
| Prozessname: | Produktspezifikation überarbeiten |
| Prozessziel: | Die Spezifikation des Produktes ist auf aktuellem Stand. Sie kann zur anschließenden Entwicklung des Produktes verwendet werden. |
| Auslösende Ereignisse: | Änderungen müssen durchgeführt werden. |
| Schlussereignisse: | Neue Spezifikation vorhanden |
| Prozessverantwortlicher: | Produktmanager |
| Diagrammtyp: | eEPK als .png |
| Prozessobjekte: | (Produkt) Spezifikation |
| Kurzbeschreibung: | Dieser Prozess beschreibt die Tätigkeiten, die ausgeführt werden, wenn die Produktspezifikation überarbeitet werden muss. Zunächst werden die relevanten Produktparameter und das Produkt selbst untersucht. Basierend darauf kann ein konkretes Verbesserungspotential identifiziert werden. Daraufhin kann das Produkt neu spezifiziert werden. |

Heute stelle ich Euch den generischen Prozess der Innovationsfindung vor.
Wurde das Innovationspotential erkannt, wird die Produktidee formuliert und vorgeschlagen. Durch das ermitteln der Kundenwünsche und des Marktpotentials, können weitere Ideen verarbeitet werden. Wurden die Produktideen konkretisiert, werden sie selektiert und mit dem Businessplan abgestimmt.
Unrealistische Ideen werden verworfen und durch den Entscheidungsprozess wird entschieden, welche Ideen weiter verfolgt werden. Nach der Machbarkeitsanalyse wird die Spezifikation ausgearbeitet und es beginnt der nächste Prozess der Produktspezifikation. Diesen stelle ich Euch das nächste Mal vor!
| Prozessname: | Innovationsprozess |
| Prozessziel: | Innovative Ideen weiterentwicklen und konkretisieren. |
| Auslösende Ereignisse: | Innovationspotential erkannt |
| Schlussereignisse: | Neue Spezifikation vorhanden, Idee verworfen, utopische Idee |
| Prozessverantwortlicher: | Produktmanager |
| Diagrammtyp: | eEPK als .png |
| Prozessobjekte: | Produktspezifikation |
| Kurzbeschreibung: | Wurde Innovationspotential erkannt, so muss eine konkrete Idee für ein neues Produkt entwickelt werden. Anschließend wird innerhalb der Firma eine Entscheidung getroffen, ob die Idee weiter verfolgt wird, oder nicht. Ist dies der Fall, kann eine Spezifikation für das neue Produkt formuliert werden. |

Das letzte Mal habe ich Euch den generischen Prozess des Produktmanagements gezeigt. Heute werde ich Euch einen Ausschnitt daraus vorstellen. Den generischen Prozess der Zielmarktanalyse.
Das Ganze wird in ein Prozessziel, in auslösende Ereignis und Schlussereignis aufgeteilt. Zudem wird ein Verantwortlicher definiert. In der Tabelle befindet sich auch eine Kurzbeschreibung des Prozesses. In den nächsten Tagen folgen weitere detaillierte Beschreibungen des generischen Prozesses des Produktmanagement. Als nächstes folgt: “Das generische Prozessmodell zur Innovationsfindung”.
| Prozessname: | Zielmarktanalyse durchführen |
| Prozessziel: | Markt beobachten und Veränderungen (veränderte Rahmenbedingungen) identifizieren. Beurteilung der relevanten Marktdaten und Konsequenzen für die Produktpalette entwickeln. |
| Auslösende Ereignisse: | Marktveränderung aufgetreten, Produkt im Markt positioniert, Periode abgelaufen, Produktpotfolio muss überarbeitet werden. |
| Schlussereignisse: | Kein Handlungsspielraum, Anpassung der Produktpalette erforderlich, Innovationspotential erkannt |
| Prozessverantwortlicher: | Produktmanager |
| Diagrammtyp: | eEPK als .png |
| Prozessobjekte: | Marktanalyse |
| Kurzbeschreibung: | Der Product Manager beobachtet den Markt und identifiziert die relevanten Marktparameter. Anschließend untersucht er, inwiefern sich daraus ein Handlungsspielraum ergibt. In die Untersuchung fließt verfügbares Feedback, eine Mitbewerberanalyse und die Analyse allgemeiner Rahmenbedingungen ein. |

Als (virtuelle) Produktmanagerin verstehe ich die meisten meiner Tätigkeiten als gelebter Prozess, quer zu den Abteilungen Marketing, Vertrieb und Entwicklung. Auch aus diesem Grund betrachte ich es als notwendig, genau diese Abläufe möglichst allgemeingültig formulieren zu können. Denn ich bin sicher, dass sich die Aufgaben anderer Produktmanager (sogar aus anderen Branchen) so großartig nicht unterscheiden können.
Mit diesen freien Visio-Shapes zeichnete ich einen Prozess “Produktmanagement” als Workflow und jetzt als eEPK im Format .png, .pdf und .vsd.
Da er vermutlich deshalb allgemeingültig ist, weil er sehr abstrakt ist werde ich in den nächsten Tagen die detailliertere eEPKs zu den Subprozessen Zielmark analysieren, Innovation finden, Produkt spezifizieren, Vertriebsstrategie ausarbeiten, Marketingplan ausarbeiten, Pre-Sales, After-Sales und Produktlaunch durchführen posten.
Mein Kollege Tom Double hat schon angekündigt mir kräftig Feedback zu geben.
| Prozessname: | Generischer Prozess „Produktmanagement“ |
| Prozessziel: | Optimierung der Produktpalette, Optimierung des Absatzes |
| Auslösende Ereignisse: | Periode abgelaufen, Produktportfolio muss überarbeitet werden |
| Schlussereignisse: | Kontinuierlicher Prozess, generisch |
| Prozessverantwortlicher: | Produktmanager |
| Diagrammtyp: | eEPK als .png, .pdf oder .vsd |
| Prozessobjekte: | Produktpalette |
| Kurzbeschreibung: | Der Prozess beschreibt das Tätigkeitsfeld eines Produktmanagers. Der Produktmanager steuert und kontrolliert das Marketing, den Vertrieb und die Serviceleistungen der Produkte, die er verantwortet. Weiterhin begleitet und koordiniert er den Produktinnovationsprozess und den Produktentwicklungsprozess. |
Heute rief mich schon Karl Zimmermann, unser urschwäbischer Produktionschef an uns sagte: “Kommet Se bitte mol runter, mir hand a Problem!” Da dachte ich mir, gut dass meine Großmutter Schwäbin ist, deshalb bin ich in diesem Dialekt schon geübt!
Ohne Hürden gehts nicht
Eigentlich sieht die Auftragslage im Moment gar nicht schlecht aus für unseren Pneumatikschieber. Tom Double rührt schön die Werbetrommel und wenn wir weiterhin so fleißig an die Sache heran gehen, denk ich werden wir mit diesem Produkt viel Erfolg haben und dieses Jahr einen guten Gewinn machen.

Das einzige Problem das wir gerade haben ist ein Zulieferer, der wichtige Teile nicht liefert. Deshalb auch das dringende Gespräch mit Herrn Zimmermann. Es fehlen etliche Teile für die Fertigstellung unseres Pneumatikschiebers. Ich befürchte wir kommen in argen Lieferverzug. Manchmal frage ich mich, ob eigentlich die ganze Arbeit nur an mir hängen bleibt. Aber wie bereits schon gesagt, ich bin keine Superwoman!
Vier Hände sind besser als zwei
Es ist gut, dass wir uns als Verkaufschef Tom ins Boot geholt haben. Er beruhigt manchmal meine Nerven und nimmt die Dinge gelassen in die Hand und regelt alles. Vor seiner Zeit war ich mit manchen Situationen einfach noch überfordert.
Wenn ich ehrlich bin ist es für eine Frau in der Maschinenbau Branche auch nicht immer so leicht, wie ich es mir Wünsche. Da kommt es mir gerade recht, wenn Tom unseren Lieferanten etwas Druck macht und ich mich um andere Aufgaben kümmern kann. Sozusagen mein kleiner Held der Arbeitswelt!
Eine der schwierigsten Aufgaben im Produktmanagement ist es, den Innovationsprozess voran zu treiben. Unsere Arbeit als Produktmanager hängt von neuen und innovativen Ideen ab. Man muss wettbewerbsfähig bleiben und das bleibt man nur, wenn man sich den Marktverhältnissen anpasst und den Wünschen der Kunden gerecht wird.
Was ist innovativ?
Die Frage die man sich stellen muss ist: Was ist überhaupt innovativ? Muss es ein völlig neues Produkt sein? Kann ein Produkt verbessert werden, oder ist das Produkt nicht mehr lebensfähig und muss aus dem Sortiment genommen werden?
Um die richtige Entscheidung zu treffen, benötigt man viel Routine, Erfahrung und eineng gelebten Prozess in diesem Job. Ich hoffe ich werde in dieser Hinsicht noch einiges lernen, denn so routiniert bin ich noch lange nicht und für Tipps wäre ich natürlich auch sehr dankbar! Jahooda hinterfrägt ob Unternehmen eine Prozesslandkarte benötigen. Wir meinen ja. Unsere Prozesslandkarte -bei dem der Innovationsprozess nur ein Teil ist- sieht aktuell so aus:

Managen von Innovationen als Prozess
Um vernünftig an Innovationsmanagement heran zu gehen muss man zuerst eine Menge Informationen sammeln und analysieren. Dann verfolgt man die drei Phasen des Innovationsprozesses:
1. Impulsphase: Beobachten von Trends
2. Bewertungsphase: Machbarkeitsanalyse
3. Technologietransfer: Produktion und Verkauf
Wenn man einige gute Ideen hat, muss man diese systematisch planen, umsetzen und auch kontrollieren. Dabei muss das so genannte Innovationsklima berücksichtigt werden. Dieses kann zum Beispiel durch die Kundenstruktur, die Unternehmensstrategie oder auch das Personalmanagement beeinflusst werden. Dann dürfte dem innovativen Produkt nichts mehr im Wege stehen!
Wie schon Jahooda berichtete, bietet das Forschungszentrum für Prozess- und Produkt-Engineering der FH Vorarlberg eine Vortragsreihe unter der Überschrift “Produktentwicklung im Griff“.
Der vorerst letzte Vortrag findet am 29. Januar 2008, 19:00 Uhr in Dornbirn/Österreich an der FH Vorarlberg, Raum W212 statt,
Referent ist Dr. Erich Hasler von Riederer Hasler & Partner Patent Attorneys Ltd. Siehe Veranstaltungsseite.
Ich hab mich in den letzten Tagen sehr damit beschäftigt, Tom Double davon zu überzeugen, dass er der richtige Mann ist für unsere Firma! Zwischen dem ganzen Weihnachtsstress (ist ein wenig wie Produktmanagement) und den sonstigen alltäglichen Problemen die wir haben, war das keine leichte Aufgabe.
Mit interessanten Aufgaben locken
Der nicht ganz unattraktive Tom hat mir zwar erzählt, dass er an neuen interessanten Herausforderungen sehr interessiert ist, aber es fehlte ihm leider noch das letzte überzeugende Argument, da es für ihn schließlich bedeuten würde, von Amerika nach Deutschland zu ziehen. Zumindest habe ich das mit seinem immer noch existenten Kaugummislang so verstanden. Damit hatte ich ja schon Probleme, als ich ihn in USA besuchte und zu meiner Freude von ihm Blumen erhalten habe.
Naja, vielleicht findet sich da auch eine andere Lösung, zum Beispiel dass wir vorerst mit ihm als freier Mitarbeiter arbeiten, aber da muss ich mich mit ihm einfach nochmal direkt zusammen setzen und am besten auch noch den obersten Herrn Obermann dazu holen, meinen Chef.
Ich werde wohl bei meinem nächsten Telefonat meinen ganzen Charme einsetzen müssen, um ihn nach Deutschland einzuladen. Dann werde ich ihn schon davon überzeugen, die Stelle hier bei uns in der Firma anzunehmen, als der neue Produktvermarkter wird er natürlich auf viel mit unserer Marketinggranate Hendrik Claas zu tun haben.
Das neue Jahr kann also kommen und wir werden mit unserem Pneumatikschieber hoffentlich erfolgreich sein.
Das Jahr des Produktmanagements
Ich werde Euch natürlich auf dem laufenden halten und wünsche bis dahin ein frohes Weihnachtsfest und natürlich auch einen guten Start ins neue Jahr. Vielleicht das Jahr des Produktmanagements!
Übrigens werde ich bei dem Vortrag “Management einer Produktentwicklungsabteilung” im Januar an der Hochschule in Ravensburg besuchen.
Ich arbeite jetzt schon ein dreiviertel Jahr an meinen Produkt Pneumatikschieber bei der Fiktiven Maschinenbau GmbH. Die Erfahrungen in dieser und meiner vorherigen Firma zeigen mir, dass das Managen von Produkten doch deutlich von dem Vermarkten getrennt werden sollte. Selbst ich als Superwoman fühle mich (trotz Doktortitel) leicht überfordert, wenn ich beide Disziplinen perfekt beherrschen soll.
Immerhin achtet Hendrik Claas -der Marketingchef der Firma- darauf, dass das Marketing strategisch ausgelegt ist. Unsere Spezialistin für schwierige Kunden ist unsere schnellschwätzende Vertriebsleiterin Sonja Kaiser. Ich hingegen bin als Produktmanagerin eigentlich zuständig für neue Ideen, Produktinnovationen, Markenpolitik oder Prozessorganisation.
Gehört Vermarktung zum Produktmanagement?
Dagegen liegen die Aufgaben bei der Produktvermarktung (oder auch Promotion) eher in speziellen Bemühungen den Kunden zu begeistern. Es geht darum, den potentiellen Kunden am Besten direkt am Verkaufsort für seine Produkte zu begeistern. Also nichts, was ich zum Produktmanagement hinzuzählen würde.
Zwar habe ich während meines etwas länger zurückliegenden Studiums etwas über Farbenlehre und Point of Sale Maßnahmen gelernt, aber über Fragen wie “Das Schild rot gestalten?”, “Das Produkt im Regal oben, unten oder in der Mitte positionieren?”, “Oder machen wir einen Probierstand oder lieber doch nur Displays aufstellen?” kamen wir nie hinaus.
Also, ein Fachmann muss her
Ich als Produktmanagerin muss mich mit vielen anderen wichtigen Dingen beschäftigen, deshalb denk ich, dass ich mit unserem Häuptling Obermann dringend besprechen muss, ob wir nicht jemanden einstellen wollen, der genau die Fragen des Promotions und Vermarktung beantworten kann. Ich habe ja schon einmal die Bekanntschaft des Amerikaners mit Tom Double gemacht. Soweit ich weiß hat er darin auch viel Erfahrung!
Dennoch beschäftige ich abermals mit der Frage: Was ist eigentlich Produktmanagement?



