Software für große Marketingabteilungen gibt es wie Sand am Meer. Warum schaffen wir es dann nicht, endlich eine solche Software in unserem Haus einzuführen?
- Marketing soll Marketing machen
Einer der Gründe dürfte sein, dass wir im Marketing Marketing machen sollen und uns nicht mit dem Kauf von Software beschäftigen sollen. Im Marketing kennen wir uns bestens aus. Bei der Softwarebeschaffung fehlt uns häufig das Wissen und wir verstehen häufig die komplizierten Anforderungen der IT nicht richtig. - Mit Excel geht es nochmal
Traditionell ist das Marketing eher von einem kurzfristigen Denken geprägt. Nicht nur wir denken eher in Kampagnen und haben nicht die Zeit uns mit langfristigen Strategien zu beschäftigen. Das Excel-Sheet erfüllt seine Funktionalität meist – mehr oder weniger noch. - Freude und Spaß gibt es woanders
IT und Software sind indirekt Ergebnisse einer sehr systematischen Disziplin – der Mathematik. Wir Marketingmenschen sind keine strukturiert denkende Mathematiker, keine systematisch agierende Analytiker. Marketingmenschen empfinden Freude und Spaß eher bei innovativen Ideen, begeisternden Präsentationen und im Verkauf. - Kreativität braucht Freiraum
Die IT- und Softwarebranche bringt Standardisierungen und Normierungen mit sich. Häufig stehen diese in direktem Wiederspruch zur Freiheit und Kreativität. Ohne Kreativität gibt es kein gutes Marketing. Diese Ressentiments führen dazu, dass Software im Marketing nur sehr zögerlich angeschafft wird. - Kurze Prozesse sind schneller
Im Verhältniss zum schnell agierenden Marketing, dauern die IT-Prozesse und Softwareauswahl sehr sehr lange. Dies führt dazu, dass anfangs motivierte Marketingmitarbeiter schon nach kurzer Zeit das Engagement verlieren. - Auch kurzfristige Lösungen sind Lösungen
Wir im Marketing sind es nicht gewohnt Entscheidungen zu fällen, welche langfristige Auswirungen auf das ganze Unternehmen haben können. Zwar wird ab und an ein kleines Softwaretool angeschafft oder gelegentlich eine neue Agentur ausprobiert, doch eine strategische Softwareplattform mit Verbesserungen für Controlling, IT und Management wurde noch nie angeschafft. - Keiner versteht Marketingsprache
Ja nachdem mit welchem IT´ler wir sprechen, kommt es vor dass unsere Marketingsprache nicht verstanden wird. Umgekehrt habe ich ebenso Probleme unsere IT-Rakete Lars Miller zu verstehen. Was interessiert mich welche Datenbankversion und welches Framework für die Software eingesetzt wird. Es muss tun, mehr nicht. - Spüren was das Marketing will
Häufig habe ich das Gefühl, dass wir zwar in der Lage sind eine Kreativagentur zu briefen, nicht aber unsere IT- und Softwareabteilung. Jedes Gespräch endet damit, dass wir unsere Anforderungen erstmal sauber definieren und aufschreiben sollen. Ich dachte immer, dass genau dafür die IT-Abteilung da ist. Zum Glück gibt es dafür inzwischen auf Marketing spezialisierte Softwareanbieter. - Unterschiedliche Wahrnehmungen
Der Karma Marketing Blog hat es im Post “Zu Wahr um schön zu sein” treffend beschrieben. Nicht nur die IT muss das Marketing verstehen, sondern umgekehrt muss auch ein Marketeer die Zwänge der IT einordnen können. Es fehlt in der Zusammenarbeit generell die Fähigkeit bewusst den subjektiven Standpunkt des Gegenübers einzunehmen. - Fehlende Einsicht beim Management
Im Rahmen des operativen Marketings und innerhalb der Abteilungsgrenzen gewährt das Management bisher ausreichend Freiräume für Softwareanschaffungen. Sobald übergreifende Marektingabläufe über Abteilungsgrenzen hinweg in Spiel kommen, wird dies seitens Management schnell der IT überlassen. Wichtige Geschäftsimpulse aus dem Marketing versiegen.
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